Dienstag, 9. Januar 2007
Urlaub auf der Nordinsel
Unseren Urlaub verbrachten wir auf der Nordinsel Neuseelands. Vom 16.12.2006 bis 06.01.2007 waren wir in unserem „geräumigen“ Toyota unterwegs. Leider kamen wir nicht dazu, unseren Blog zu aktualisieren. Dafür gibt es nun einen etwas längeren Reisebericht. Das laden der vielen Bilder kann etwas dauern. Habt also etwas Geduld.

Wir starteten Freitag nach der Arbeit. Die Sonne schien und wir kamen zügig bis Christchurch voran, wo wir gegen 22.00 Uhr in eine kleine Bar einkehrten. Nördlich von Christchurch verbrachten wir die Nacht. Am nächsten Morgen brachen wir früh auf und fuhren bis Kaikoura. Wir wollten Wale und Delphine sehen und so buchten wir eine Whalewatchingtour. Bei Sonnenschein ging es raus zu den Walen. Wir sahen drei von diesen mächtigen Tieren. Leider kamen die Delphine etwas zu kurz.


Wal vor Kaikoura

Die Tour dauerte gut drei Stunden. Wir hatten schon Angst, die Fähre in Picton nicht mehr rechtzeitig zu erreichen. Es stellte sich jedoch heraus, daß wir uns viel Zeit hätten lassen können, da die Fähre mehr als zwei Stunden Verspätung hatte.


Pictons gefiederten Freunde

Auf der Fähre lernten wir einen 25jährigen Amerikaner kennen, der für sieben Monate auf einer Yacht unterwegs war und sein leben genießt. Die nächsten zehn Jahre plant er ähnlich zu verbringen, bevor er in die Politik gehen möchte. In Wellington kamen wir schließlich gegen 23.00 Uhr an. Wir suchten sofort einen Platz für die Nacht. Wir standen an der Oriental Bay mit Blick auf das Rollfeld des Wellingtoner Flughafens. Es stürmte in der Nacht ununterbrochen und ich hoffte auf einen schönen ersten Surftag im Norden. Doch leider schlief der Wind zum Morgen ein, und die so windreiche Stadt Wellington präsentierte sich bei Flaute. Wir fuhren in die Innenstadt, aßen Frühstück und kauften Obst und Gemüse auf dem Markt. Da das Wetter nicht so doll war, sahen wir uns das Te Papa Museum und anschließend die Innenstadt an.

Danach fuhren wir weiter Richtung Norden bis in den Egmont-Nationalpark. Das Wetter war weiter schlecht und der Vulkan Mt. Taranaki versteckte sich hinter Wolken. Wir verbrachten die Nacht auf einem Parkplatz. Der nächste Tag sah wettertechnisch vielversprechend aus. Als wir aus dem Bus schauten, sahen wir den Vulkan.


Die Küste unweit vom Egmont-Nationalpark


Mt. Taranaki

Wir beschlossen näher heranzufahren, um vielleicht eine Wanderung machen zu können. Auf dem Weg zur Touristeninformation hatten wir noch ein Frühstück mit Blick auf den Taranki. Doch leider drohten sich die ersten Regenwolken an. Der Vulkan zog sich wieder zu. Eine Wetterbesserung war für die nächsten Tage nicht abzusehen, so daß es uns schließlich weiter Richtung Norden trieb. Über New Plymouth – schreckliche Stadt – fuhren wir unter anderem über eine nicht enden wollende Gravelroad nach Raglan.


Unser Auto war gut bepackt

Raglan ist das Surfmekka Neuseelands. Die Nacht standen wir auf einem Backpackers Campingplatz. Toller Blick aber schreckliche Anlage. Das Wetter wurde am nächsten Tag etwas besser. Wir erhaschten die ersten Sonnenstrahlen.


Saubere Linien in Raglan

Doch dann gab es wieder nur Regen. Und so trieb uns das Wetter weiter. Wir fuhren bis Auckland, wo wir gezielt noch das ein oder andere Geschäft ansteuerten. Nach einem kurzen Zwischenstop ging es weiter. Wir fuhren bis an die Kauri-Coast … Regen begleitete uns. Wir waren schon am verzweifeln: folgen wir etwa dem Regen!? Da das Wetter nicht besser wurde fuhren wir auf einen Zeltplatz (Trounson-Kauri-Park). Ulrike joggte am Abend bei Nieselregen durch den Wald. Der nächste Tag: Regen. Die Stimmung war entsprechend schlecht. Da es im Kauri-Wald eh feucht ist, machten wir uns auf und besuchten die Riesen des Waldes. Beeindruckende bis zu 2000 Jahre alte Bäume.


Kauri-Coast

Der Regen legte sich und endlich ließ sich mal wieder die Sonne blicken. Das Wetter wurde immer besser. Auf der Weiterfahrt Richtung Norden legten wir eine zweistündige Wanderung entlang der Küste (Omapere) ein.


Wanderung entlang der Küste (Omapere)

Wir nahmen die Autofähre von Rawene. Auf der anderen Uferseite (Rangiora) tranken wir einen Kaffee und besuchten eine kleine Galerie. Außerdem gab es eine alte Mole zu sehen, auf der ein Auto schon etwas länger parkte. Wahrscheinlich war der Pickup eingebrochen und fand dort seine letzte Ruhe. Es ging immer weiter Richtung Norden.



In Ahipara ging es an den Ninty-Mile-Beach. Wir entschieden jedoch weiter zu fahren, um den Sonnenuntergang am Cape Reinga zu sehen. Den nördlichsten Punkt Neuseelands erreichten wir pünktlich.


Cape Reinga







Nach soviel Autofahrt begann nun der Urlaub richtig. Die Sonne sahen wir jetzt jeden Tag.

Für die Nacht fuhren wir an die Tapotupotu Bay … eine ruhige Bucht mit viel Platz zum Campen. Es gab klassisch Nudeln und Salat. Am nächsten Morgen kam ein waschechter Kiwi, um die Zeltplatzgebühr einzutreiben: Kiwi-Fashionshow hoch im Norden. Nach dem Frühstück fuhren wir zu den Giant Sand Dunes. Wir trafen auf ein Ehepaar aus den USA, die seit mehreren Monaten unterwegs waren. Wir erzählten viel. Sie wunderten sich über das viele Gepäck das wir mithatten, da sie selber glaubten, schon viel in ihrem Bus zu haben. Wir wollten nicht mit dem Auto an den Strand entlang der Dünen fahren. Die Frau riet uns, die Räder zu nehmen. Schon merkwürdig: man hat alles dabei und sieht die Möglichkeiten nicht mehr. Wir fuhren mit den Rädern Richtung Strand. Auf dem Weg an den Ninty Mile Beach bestiegen wir die gigantischen Dünen.









Danach fuhren wir zur Saywers Bay. Die Bucht ist sogar noch schöner als die von Tapotupotu. Auch hier ist Zelten erlaubt. Zudem gibt es Duschen und Toiletten. Ulrike joggte den Strand entlang während ich mich auf Fotomotivsuche begab.





Der Wind frischte ordentlich auf. Ich entschloß Windsurfen zu gehen. Leider hatte ich immer noch kein größeres Segel und so versuchte ich es mit dem 4.2er. Es reichte gerade so, doch dann mußte ich feststellen, daß die Gabel gebrochen war. Möglicherweise war sie schon in DUD gebrochen. Es war zu riskant in den Wellen weiter zu surfen. Ich mußte abbrechen. Nach diesem schönen Nachmittag fuhren wir weiter Richtung Bay of Islands. Wir nahmen einen Zeltplatz (Doubtless Sound). Ich ging in der Abendsonne nochmals aufs Wasser, da es in der Bucht, an dem der Zeltplatz lag, keine Wellen und gefährlichen Strömungen gab. Ich hatte viel Spaß und die Gabel hielt durch.

Am nächsten Morgen fuhren wir zu dem Rainbow Fall: unspektakulär. Dafür gab es auf dem Weg zu diesem Wasserfall Pampelmusen. Sie hingen einfach an den Bäumen und waren die besten Pampelmusen die wir jemals gegessen haben. Sie waren halt richtig sonnengereift. Danach hielten wir in Kerikeri. Wir suchten nach einem Surfshop, um den angebrochenen Gabelbaum zu ersetzen. Doch wir hatten kein Glück.

In Kerkeri tranken wir noch einen der guten neuseeländischen Cappuccinos. In dem Gebiet leben viele Deutsche. So ist es nicht verwunderlich, daß man in Cafés und Geschäften schon mal auf Deutsch angesprochen wird. Ein deutsches „Hallo“ führt dann schon mal zu Verwirrungen, bis man sich auf eine Sprache geeinigt hat. Für den nächsten Tag (23.12.2006) buchten wir eine Segeltour in den Bay of Islands.



Wir verbrachten zwei Nächte auf einem Campingplatz in Russell. Am Abend machten wir uns ein Rumpsteak auf dem Grill des Zeltplatzes. Die Top 10 Zeltplätze sind wirklich zu empfehlen. Sie sind unwesentlich teurer als die „anderen“, sind dafür jedoch wirklich gepflegt. Wir aßen unser butterweiches Steak auf der Terrasse der Küche mit Blick auf die Bay.



Die am Vortag gebuchte Segeltour startete um 9.15 Uhr. Der Skipper war Engländer, der mit seiner italienischen Frau schon einige Jahre in der Bay of Islands lebt. An Board war noch eine sehr nette Familie aus Auckland und deren Besuch aus England. Die Tour dauerte bis 16.00 Uhr. Wir hatten eine ruhige Segeltour. Wir erzählten viel und sie luden uns ein, Weihnachten in Auckland zu feiern. Leider mußten wir absagen, da wir andere Pläne hatten. Auf der Tour gab es auch einige Delphine zu sehen. Die Tochter (11 Jahre alt) war völlig aus dem Häuschen und jagte wild über das Deck.









Als wir zum Zeltplatz zurückkamen stellten wir fest, daß man unser Auto „umgeparkt“ hatte. Man hatte uns am Vortag eine falsche Platznummer gegeben, so daß es nun zu Überschneidungen kam. Eine Kiwi-Großfamilie hatte diesen Platz für die nächsten zwei Wochen reserviert und machte sich nun, nicht nur auf ihrem gebuchten Stellplatz, breit. Weihnachten stand vor der Tür: der Grill wurde aufgebaut, das Angelboot klargemacht, die in allen Farben blinkenden Lichterketten gespannt, der Kühlschrank für das Bier in unmittelbarer Nähe zum Campingstuhl positioniert, der CD-Player wurde aufgedreht und es brüllte U2 über den Platz. Weihnachten stand eben vor der Tür. Überall auf dem Zeltplatz konnte man ähnliches sehen. Die Britz- und Maui-Bomber büßten ihre dominierende Rolle zu Gunsten von Pickups mit Breitreifen, Motorbooten und übergewichtigen Kiwis ein. Wir konnten uns einen neuen Platz aussuchen. Danach fuhren wir los, um etwas Fisch für den Abend zu kaufen. Doch wir hatten kein Glück: es gab keinen frischen Fisch. Man erzählte uns etwas von Fangquoten, dem Verbot der Fischer Fisch frei zu verkaufen und das alles in den Export geht. Zudem mag der Kiwi nicht wirklich Fisch sondern ißt Schafe. Auch die Damen von der Touristeninformation erzählten uns dies. Sie selber können dies alles nicht begreifen. Doch dann gab uns eine der beiden einen Tip: ein Restaurant verkauft manchmal Fisch. Wir machten uns auf den Weg. Ulrike ging in das Restaurant und trug unser Anliegen vor. Schnell wurde klar, daß dieses Restaurant auch „Zur Regenbogenforelle“ hätte heißen können. Die in dem Restaurant arbeitenden Kellner waren Deutsche und Schweizer. Der Chef wurde gerufen. Auch er kam aus Deutschland und mochte uns wohl sehr. Er bat seine Jungs etwas Fisch zu holen, die flink in die Vorratskammer huschten. Wir kauften Thunfisch und Snapper. Der Rat des Chefs den Thunfisch medium gegrillt zu essen verstand sich von selbst. Wir aßen den Fisch auf der Terrasse. Er war sehr lecker.

Weihnachten … doch außer einigen bunten Lichterketten war nichts davon zu sehen. Wir hatten auf jeden Fall für den Abend schon mal einen Tisch im besten Restaurant am Platz reserviert: The Gables. Doch zunächst machten wir uns auf eine gut vierstündige Wanderung auf. Sie war verdammt anstrengend, da es ständig auf und ab ging, ohne einen wirkliches Wanderziel zu erkennen. Man wurde quer durch den Busch geschickt. Wir fanden jedoch eine schöne Bucht, an der wir unsere Brote aßen und uns etwas sonnten.





Gegen 15.00 Uhr kamen wir zurück auf den Zeltplatz. Der Tisch war für 20.00 Uhr bestellt. Wir ruhten uns etwas aus und machten uns fein. Schon merkwürdig: es war von Festlichkeit auf dem Platz nichts zu sehen oder zu hören. Die Kiwi-Fashionshow ging trotz Weihnachten unverändert weiter. Ulrike schritt in weißer Leinenhose und Pullover über den Platz. Auch ich fiel mit meinem weißen Hemd auf. Doch wir ließen von unserer Tradition nicht ab. Es ging ins Restaurant.



Es war gut besucht. Das in einschlägigen Zeitschriften als besonders empfehlenswert genannte Restaurant war jedoch ebenso wenig festlich, wie die ganze Kiwi-Nation: keine Kerzen auf den Tischen und keine Weihnachtsmusik. Dafür mal wieder U2. Auf jeden Fall ein gutes Umfeld, um nicht sentimental zu werden. Wir starteten unsere Bestellung. Der Wein wurde gebracht. Sehr lecker, auch wenn er in dem Weinkühler aus Plexiglas – sicherlich im Warehouse gekauft „Where everyone gets a bargain“ – etwas traurig aussah. Die Vorspeise kam. Dazu hatten wir noch frisches Brot bestellt. Doch dieses gaben wir wieder zurück, da Frische auf dieses nicht zutraf. Na ja, wir kamen auf jeden Fall nett mit den Kellnern ins Gespräch und testen alles Mögliche durch. Ich hatte gleich zwei Hauptgänge. Vorab gab es Muscheln und danach ein Beefsteak. Zuerst wußte die Kellnerin nicht, ob ich weiß daß ich einen zweiten Hauptgang bestelle. Ich versicherte ihr jedoch, daß mir klar war was ich tat. Ich wies darauf hin, daß Weihnachten ist. Der Wein tat sein übriges.



Die Kellner erzählten uns, wie überrascht sie über die vielen deutschen und schweizer Gäste sein. Wir sagten: Es ist WEIHNACHTEN!!! Danach gingen wir gut gelaunt in die Kirche zur Mitternachtsmesse. Es ist die älteste Kirche Neuseelands.



Stille Nacht, heilige Nacht wurde gesungen und die erste Strophe die in der Kirche erklang war sogar in Deutsch. Danach kam Maori und schließlich Englisch. Plötzlich war es richtig festlich.

Am nächsten Morgen machten wir uns weiter Richtung Süden auf, nachdem wir einige Telefonate zum Heilig Abend geführt hatten. Wir kamen auf unserer Fahrt an der Helena Bay vorbei. Ein traumhafter Strand, an dem jedoch zelten verboten ist. Wir genossen den schönen Sommertag, lagen in der Sonne und badeten.









Für die Nacht fuhren wir eine Bucht weiter. Dort trafen wir auf ein französisch-belgisches Pärchen. Ein Tee wurde getrunken und über das Auto mit dem sie unterwegs waren philosophiert. Ein wirkliches Wrack.

Der Tag startete mit einem traumhaften Sonnenaufgang. Die Bucht ist wenig besucht und so fand ich Muscheln. Ich sammelte sie, um sie am Abend zu grillen. Dann fuhren wir weiter Richtung Süden. Wir kamen durch Auckland, wo wir noch zum Surfshop fuhren, um einen Gabelbaum zu kaufen. Es bediente mich der Verkäufer vom letzten Mal. Er hatte mir versprochen mich wegen eines Segels anzurufen, was er jedoch nicht getan hatte. Eine gute Gelegenheit nachzufragen. Es war ihm etwas peinlich … auf die Gabel gab es einen satten Preisabschlag. Nach einem kleinen Imbiß im Zabro (Newmarket) ging es weiter. Nördlich von Auckland machten wir ein Badestop. Hier war es schon verdammt voll: Ferien und die Nähe zu Auckland. Wir machten auf dem Parkplatz Abendbrot und ich grillte meine Muscheln. Schon sehr lecker. Dazu gab es Nudeln und Salat. Danach fuhren wir weiter. Durch die Nacht ging es Richtung Cormandel. Es regnete.

Viele Touristen waren unterwegs. Stau in Neuseeland. Wir steuerten einen Zeltplatz nördlich der Stadt Coromandel an. Wir machten es uns unter unserer Regenplane gemütlich.



Den nächsten Morgen fuhren wir bei Sonnenschein weiter auf die Halbinsel rauf. Eine nicht enden wollende Straße. Viel Gravel und verdammt kurvig. Immer entlang des Abhangs. Zudem findet man alte knorrige Christmastrees. Landschaftlich wirklich schön. Am Ende der Straße befand sich ein uriger Zeltplatz. Wir machten eine vierstündige Wanderung entlang der Nordspitze der Halbinsel.





Danach fuhren zurück auf den uns bereits von der Vornacht bekannten Zeltplatz.

Ein touristisches Muß auf der Halbinsel ist der Hahei Hotwater Beach und die Cathedral Cove. An dem Strand waren wir nur kurz zum Sonnen. Beides ist wenig spektakulär und zudem gnadenlos überlaufen. Unsere nächste Station war Wahi Beach an der Bay of Plenty. Es wurde immer voller. Die Ferien waren in vollem Gange und Silvester stand an. Der angesteuerte Zeltplatz war voll ausgebucht. Man empfahl uns ein Motel mit Campingmöglichkeit. Ein wirklich guter Tip. Mit den Rädern fuhren wir zum Sonnenuntergang an den Strand.



Am 30.12.2006 ging es weiter nach Tauranga. Die Stadt hat uns nicht gefallen. Wir fuhren entlang der Küste und legten ein Strandstop ein. Es gab ordentlich Wind … leider jedoch ablandig. Ich entschloß ein paar Kilometer weiter die Küste entlang zu fahren. Die Bucht machte am Ende einen vielversprechenden Knick, so daß dort der Wind genau von links kommen müßte. Er kam und ein Windsurfer war auch da. Leider war der Wind nicht wirklich stark. Ich versuchte es, doch es sollte wieder nicht klappen. Dafür war der Zeltplatz sehr schön gelegen. Unser Auto stand drei Meter vom Wasser entfernt. Wir konnten die Heckklappe öffnen und den Sonnenuntergang von Bett aus genießen.



Leider waren die Duschen etwas gewöhnungsbedürftig. Ich hatte ein unwohles Gefühl als ich sah, daß Elektroleitungen auf den Duschkabinen entlang liefen und ein Verteilerkasten den aufsteigenden Wasserdämpfen trotzte. Ich verzichtete auf eine weitere Dusche.

Am nächsten Morgen (Silvester) ging es nach Rotorua – Ausgangsort unzähliger touristischer Aktivitäten. Sonst hat die Stadt (außer Schwefelgeruch) wenig zu bieten. Auf der Fahrt fanden wir auf der Straße ein Portemonnaie. Geld flatterte über den Asphalt. Wir brachten es zur Polizei. Wieder eine gute Tat. Am gleichen Tag fiel mir auch noch eine Kreditkarte vor die Füße, die ein Mädchen aus der Tasche verloren hatte. Ich rannte ihr hinterher und gab sie ihr … und wieder eine gute Tat. Diese guten Taten reißen gar nicht mehr ab. Die Gegend um Rotorua ist bekannt für seine unzähligen Thermalquellen. Wir steuerten einen kleinen Zeltplatz an, der an einem „kochenden Bach“ liegen sollte. Wir bekamen auf diesem sogar noch einen Platz. Das Thermalbad kann kostenlos genutzt werden. Wirklich schön. Danach machten wir noch eine kleine Radtour und dann wieder rein ins Bad. Rund 40 Grad haben die Pools. Der Bach ist zwischen 60 und 70°C heiß.





Den Jahreswechsel wollten wir in einem Restaurant in Rotorua begehen. Wir hatten uns einige herausgesucht, doch alle waren sie geschlossen. Schließlich landeten wir beim Japaner. Wir aßen Sushi satt. Es war sehr lecker und unglaublich preiswert. Gegen 22.00 Uhr fuhren wir zurück zu unserem kochenden Bach. Den Jahreswechsel verschliefen wir.

Am nächsten Morgen ging es sofort in die Pools. Es regnete. Wir machten uns auf den Weg zu The Hidden Valley. Thermalquellen, Mudpools und Gasiere … eine andere Welt. Dazu Schwefelgeruch. Wir hatten mit dem Wetter Glück. Es war früh am Morgen und die Sonne kam für gut zwei Stunden raus. Danach regnete es den restlichen Tag und ein eisiger Südwind wehte uns um die Nase.






Wir fuhren Richtung Tongariro Nationalpark, in dem sich mehrere Vulkane befinden. Zudem ist es ein bekanntes Skigebiet. Auf Zeltplatz hatten wir bei diesem Wetter keine Lust.





Für die nächste Nacht mußte eine andere Unterkunft her. Die Auswahl ist im Tongariro Nationalpark trotz der touristischen Bedeutung eher bescheiden. Zudem war aufgrund der Ferien vieles ausgebucht. Wir entschieden uns schließlich für das Grand Chateau Mt. Ruapehu, ein Hotel mit vier Sternen das diese jedoch nur für seine Lage verdient hat. Alles andere ist beispielhaft für einen Monopolisten: alt, schmutzig und teuer. Weit ab von dem selbst propagierten Luxus und insgesamt ein verdammt schlechtes Preis-Leistungsverhältnis. Raumspray wird in dem Hotel großzügig eingesetzt … kein Wunder bei dem runtergekommenen Chateau, welches vermutlich in den 70igern gebaut wurde. Symptomatisch für die Qualität des Hotels ist der im Keller untergebrachte Pool. Durch einen stinkenden Gang gelangt man zu dem, an ein Zuchtbecken für Forellen erinnernden, Pool.



Im Gegensatz zu der Qualität der Zimmer und Freizeiteinrichtungen ist das Essen in dem Hotel sehr gut und auf jeden Fall zu empfehlen.


Kaum zu glauben, aber hinter dieser verkeimten Tür entsteht das sehr gute Essen des „Chateau“

Auch läßt es sich in der Lounge gut aushalten. Das Äußere stimmt also! Unser Zimmer lag zudem noch genau über den Abluftgebläse der Küche. Wir wechselten das Zimmer am nächsten Morgen und bekamen sogar noch ein Upgrade. Doch dieses bringt qualitativ nichts … nur der Dreck hat mehr Platz. Die Küchendünste waren wir jedoch los.

Da es am Dienstag regnete, machten wir nur eine kleine Wanderung, auf der sich die Sohle meiner erst dreimal getragenen Wanderschuhe verabschiedete. Mit diesen Schuhen konnte ich das Tongariro Crossing nicht machen. Zudem wollten wir am nächsten Tag auch noch den Mt. Ruapehu. Der noch aktiveVulkan soll voraussichtlich Ende Februar ausbrechen! Wir fuhren also zurück nach Taupo (80 km). Ich hatte Glück und bekam richtig gute Schuhe zum Superpreis. Auf dem Rückweg fiel Ulrike ein Restaurant auf. Sie sagte zu mir: „Sieh mal, The Bach. Sieht gut aus!“. „The Bach“ – darüber hatte ich etwas gelesen. Wir beschlossen zu halten. Es war zu spät für Lunch und zu früh für Dinner. Wir entschieden jedoch zum Dinner zu bleiben. Der Besitzer freute sich zu hören und war erstaunt, daß ich von ihm gelesen hatte, insbesondere da die Zeitschrift in der es stand schon einige Jahre alt war. Er konnte nicht wissen, daß wir das Magazin erst vor einigen Tagen auf einem Flohmarkt gekauft hatten. Unsere Erwartungen konnte das Restaurant jedoch nicht erfüllen … der Wein und mein Dessert waren jedoch absolute Spitze.


Sonnenuntergang über dem Lake Taupo

Für den nächsten Tag beschlossen wir, den Vulkan Ruapehu zu besteigen. Die Prospekte und Reiseführer mahnten gute topographische Kenntnisse und Bergerfahrungen an. Am besten man nehme sich einen Bergführer. Wir vertrauten auf unsere Kenntnisse und wollten uns ggf. einer geführten Truppe unbemerkt anschließen. Auf der Fahrt zum Lift verfuhren wir uns. Zwei Straßen und wir nahmen die falsche. Fehler erkannt, Rückwärtsgang rein und das Auto erstmal auf einen Felsen geparkt. Nun hing das eine Beinchen von unserem japanischen Freund in der Luft. Als alte Pfadfinder wußten wir uns zu helfen: Steine wurden herbeigebracht und das Rad unterfüttert … der Asiate befreite sich. Nun waren wir auf dem richtigen Weg. Ulrikes Glaube an meine topographischen Kenntnisse war jedoch geschwunden. Am Lift angekommen kauften wir Tickets und noch ein paar Handschuhe für mich. Es ging los. Oben angekommen sahen wir zwei geführte Gruppen: ein Führer hatte einen Gast der andere zwei. Wir waren früh dran. Wir folgten dem mit den zwei Gästen – zwei ältere Damen. Immer wieder schauten wir in unsere Karte, um uns zu vergewissern, daß wir alle das gleiche Ziel haben. Der Führer und seine beiden Schäfchen waren nicht gerade Raketen. Langsam ging es den Berg hinauf. Immer wieder Pausen, in den wir die unglaubliche Landschaft genießen konnten.





Plötzlich hielt der Führer inne, nahm seine Eisaxt und schlug Stufen in den Schnee. Wir waren verwirrt. Gibt es hier etwa Gletscherspalten von denen nichts in dem Führer stand!? Wir warteten ab. Das dauerte uns jedoch dann etwas zu lange. Wir nährten uns und fragten eine der Damen, was sie da machen, ob sie was suchen. Sie konnte nicht darauf antworten und verwies auf den Führer. Wir fragten ihn nicht sondern überholten. Er hatte wohl nur seine Unverzichtbarkeit den zahlenden Gästen beweisen wollen … wir untergruben mit unserem Überholmanöver gnadenlos seine Autorität. Er wird sicher über unser leichsinniges Verhalten stundenlang vor den Damen monologisiert haben. Leider mußten wir weiter oben wieder auf sie warten, da wir hinsichtlich der weiteren Steckenführung unsicher waren. Wir nahmen eine Stärkung hinter einem Felsen zu uns und beobachteten die drei. Der Weg war nun klar. Oben angekommen grüßte man sich nett und wir genossen den atemberaubenden Blick. Es war jedoch verdammt kalt und die Handschuhe eine gute Investition.







Runter ging es schnell. Wir folgten dem anderen Führer. Er rutschte auf einer Schaufel den Berg hinunter und machte somit eine Bahn für seinen Gast. Der forderte uns auf, ihm zu folgen. Wir waren verdammt schnell unten … vor allem Ulrike in ihre Turbo-Regenhose. Die andere Gruppe nahm die zuvor geschlagenen Stufen.





Für den nächsten Tag war das Tongariro Crossing geplant. Daher gingen wir nach einem schönen Essen im Hotel früh ins Bett. Der Wecker klingelte 5.30. Um 7.30 wurden wir von einem Bus am Ziel des Tracks abgeholt, wo wir unser Auto parkten. Leider hatten wir kein Bargeld und die Kreditkarte wurde nicht akzeptiert. Der Busfahrer ließ uns ziehen als wir ihm anboten, den Betrag von unserem neuseeländischen Konto zu überweisen. Ein guter Start in den Tag. Das Wetter war traumhaft und die Sicht so gut wie selten. Am Horizont konnte man den Mt. Taranaki an der Ostküste Neuseelands sehen.


Mt. Taranaki

Ulrike hat das Tongaririo Crossing schon einmal vor fünf Jahren gemacht. Sie kannte die Bedingungen … ein strategischer Vorteil, denn die Selektion am Hang war gnadenlos. Hier stellte sich schnell heraus, wer fit war oder wer nicht.





Viele hatten sich aufgemacht. Sieben bis neun Stunden sind für die Wanderung angesetzt. Nach gut zwei Stunden waren wir oben. Türkisfarbene Vulkankrater, unwirkliche Landschaften. Wir konnten Gollums schlechten Atem riechen und seine häßliche Lache hören. Am Vorabend kam im TV auch noch der dritte Teil der „Herr der Ringe“. Alles paßte perfekt zusammen. Wir nahmen uns viel Zeit am See und pausierten gut eine Stunde.







Dann ging es an den Abstieg. Sehr einfaches Gelände und schöne Ausblicke.





Nach insgesamt sechs Stunden für die 17,5 km lange Tour erreichten wir unser Auto. Wir fuhren sofort weiter Richtung Süden, denn ich hatte die Hoffnung auf einen perfekten Surftag noch nicht aufgegeben. Leider erfüllte sich dieser Wunsch nicht. Dafür waren wir an der Palliser Bay. Dort befinden sich nicht nur einige der bekanntesten Windsurfspots Neuseelands, sondern auch eine traumhafte Küste.


Strand bei Lake Ferry (Palliser Bay)


Sonnenuntergang bei Lake Ferry (Palliser Bay)


Sonnenuntergang bei Lake Ferry (Palliser Bay)

Wir fuhren zum Cape Palliser und machten eine kleine Radtour, nachdem wir zum Leuchtturm empor gestiegen waren.


Steinmännchen an der Palliser Bay


Aufstieg zum Leuchtturm von Cape Palliser


Leuchtturm von Cape Palliser


Palliser Bay


Radtour entlang der Küste


Seal an der Palliser Bay

Gegen Nachmittag fuhren wir über Martinborough nach Wellington. In dem kleinen Ort tranken wir noch einen Café und aßen Kuchen. Ein sehr niedlicher Ort, der durch den Wein- und Olivenanbau gekennzeichnet ist. Wir kauften noch etwas Öl.


Kirche zwischen Lake Ferry und Martinborough



In Wellington angekommen, suchten wir das Shed 5 auf. Das Restaurant ist angeblich ein Muß für Fischliebhaber – so tönt das Magazin Cuisine. Na ja, wir waren ziemlich enttäuscht: fettig und wenig originell. Das Brot, das Olivenöl und der Wein waren aber vom feinsten. Von dem Brot ließen wir uns noch etwas fürs Frühstück bringen. Eine solche Order hatte der Kellner wohl auch noch nicht bekommen … zumindest ließ sein verwunderter Blick darauf schließen. Die Nacht verbrachten wir auf einem Parkplatz neben dem Museum. Die ganze Nacht stürmte es. Wir hatten schon Angst, daß das Surfgepäck vom Dach fliegt und wir eine höllische Überfahrt nach Picton haben werden. Es windete am nächsten Tag immer noch ordentlich, doch die Überfahrt war traumhaft: Sturm und Sonne.







In Picton angekommen fuhren wir sofort weiter nach DUD. Um 21.00 kamen wir in DUD an … nichts hat sich geändert: die Weihnachtsdeko hängt noch in den Straßen und Weihnachtskarten werden auch noch verkauft … jedoch nun mit 50% off.

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