Freitag, 6. März 2009
Cape Town 02/2009


Ein Urlaub in Kapstadt erschöpft sich nicht in einer Reihe von schönen Windsurftagen, leckerem Essen und ausgiebigen Sonnenbädern. Kapstadt ist mehr! Sie ist Licht und Schatten, Tiefe und Oberflächlichkeit, Pragmatismus und Perfektion. Während die aufgehende Sonne den Tafelberg in warmes Licht taucht, deckt die Polizei einen Toten am Straßenrand mit einer blauen Plastikplane zu – während der Fotograf Gordon Clark über die Entstehung seiner bewegenden Fotos erzählt, laufen vor der Tür die Schönen über den neuen Platz der Eitelkeiten im zumindest Sonnabends angesagten Stadtteil Woodstock und während die Maserattis und Ferraris im Autohaus um die Wette glänzen, hat sich vor dem Schaufenster ein Obdachloser sein Schlafplatz eingerichtet.


Woodstock Farmmarket

Die Stadt bewegt mit ihren Geschichten. Einige hat der bereits erwähnte Fotograf Gordon Clark festgehalten. Der Fotograf war mir bis zu diesem Tag nicht bekannt. Seine Ausstellung und die Zeit die er uns widmete haben mich ziemlich bewegt. Es war zugleich eine kleine Reise in die gegenwärtige südafrikanische Fotografie, die durch Namen wie Pieter Hugo und David Goldblatt maßgeblich mitbestimmt wird.

Ein Gedanke von Gordon Clark hat mir besonders gefallen: emotionale Bilder bergen Schatten und Licht, so wie die Geschichte von Moegsien, Saaimah und Armina. Eine kleine Familie irgendwo in einem der Townships an der N2 – die zum Flughafen führende Autobahn. Der Titel dieser Fotoserie ist zugleich Leitspruch des Paares Moegsien und Saaimah, das sich neben ihrer Tochter Armina um eine Reihe weiterer Kinder kümmert: „If you don’t want to die young, Stay in school“. Die Bilder zeigen die Kinder, ihre Spielzeuge – ihre Welt. Gordon Clark erzählt, wie die Bilder entstanden sind und wie es ihm gelang, in diese Welt einzutauchen, aus der man ohne Vertraute nicht wieder auftaucht. Leider wird es nur eine kleine Auflage dieser Bilder geben. Die Ausstellung wird aber nach Deutschland kommen! Die Bilder findet Ihr unter dem folgenden Link: http://www.gordonclark.co.za/unbearable_lightness_of_seeing/exhibition.php (Geduld ist jedoch gefragt, da sich die Bilder nur sehr langsam aufbauen!)


Bei Pieter Hugo waren wir auch. Leider konnten wir nur noch wenige der riesigen Bilder seiner aktuellen Serie „Nollywood“ stehend auf dem Boden sehen, da wir einen Tag nach Ende der Ausstellung kamen. Aufgefallen ist mir Pieter Hugo erstmals durch einen Artikel im Feuiliton einer deutschen Tageszeitung. Dort wurde das Buch „Hyena and other men“ ( http://www.pieterhugo.com/nigeria/index.html ) vorgestellt. Nollywood ist die drittgrößte Filmschmiede der Welt und befindet sich in der nigerianischen Hauptstadt Lagos. (Zu Nollywood: http://politik-gesellschaft-afrika.suite101.de/article.cfm/nollywood).

Bei der aktuellen Serie verschmilzt die arrangierte Horrorwelt Nollywoods mit der Vorortrealität Lagos zu einem wahrlich grusseligen Ganzem. Die Bilder der Serie findet Ihr unter http://www.michaelstevenson.com/contemporary/exhibitions/hugo/nollywood_index.htm.

Am Sonntag gab es wieder ordentlich Wind. Zuerst zog es mich nach Sunset, wo ich gut drei Stunden in den Wellen Spaß hatte.



Sunset

Beim Surfen nahm ich das erste Mal das entstehende Fußballstadion am Fuße des Tafelbergs richtig wahr. Vom Nahen sollte ich es einen Tag später sehen, denn der Architekt hatte mich eingeladen, ihn bei seiner Baustellenbegehung zu begleiten.











Das Stadion wird sicher zu dem baulichen Wahrzeichen von Kapstadt. Das folgende Video zeigt, wie es schließlich aussehen wird.



Begleitet habe ich auch Henning bei einem Fotoshooting in Century City. Es wurden Fotos für eine Setcard gemacht. Meine Aufgabe bestand in dem Aufhellen der Gesichter mittels eines Aufhellers (Reflektor).



Die Sonne richtig genossen haben wir in der Langebaan Lagoon (West Coast National Park).


Langebaan Lagoon

Ständige Beobachter sind die harmlosen Sandhaie, die sich im seichten Wasser tummeln.


Catch of the day


Catch of the day

Einige Tage zuvor habe ich in Paternoster die Lobsterfischer bei der Arbeit fotografiert. In dem kleinen Örtchen mit kleinen weiß verputzten Häusern fühlt man sich mehr in Griechenland als in Südafrika. http://www.kapstadt.net/umgebung/westcoast/paternoster/index.htm



Lobstersaison in Paternoster


Lobstersaison in Paternoster


Fischer in Paternoster

Und an das Kap zog es mich auch wieder. Auf dem Weg dorthin ging ich in Witsand noch auf das Wasser. Zunächst funktionierte das 5er-Segel ganz gut … doch dann nahm der Wind ordentlich zu und endete schließlich bei fast unfahrbaren Bedingungen: 3,7 qm bei ordentlichen Wellen war angesagt. Nichts für mich und so fuhr ich weiter an das Kap.


Auf dem Weg zum Kap in Witsand


Der Wind am Kap wirbelte so manche Frisur durcheinander


Monster

Der überall zu lesende Spruch: “Baboons are dangerous and attracted by food” wurde am Kap durch eine Grillgemeinschaft mutig ignoriert. Das Fleisch war noch roh, da griffen die Affen schon beherzt zu. Der Versuch der Verteidigung misslang … die Flucht ergriffen und das Essen den Affen überlassen.


Baboons are dangerous and attracted by food






Sie konnte den Affen entkommen!

Wie die nur wenige Meter vom Grillplatz in einem luxuriösen Zelt stattgefundene Hochzeit endete ist nicht bekannt.


Hochzeit am Kap … und immer schön daran denken: “Baboons are dangerous and attracted by food”



Weniger gefährlich kann man in den Weinanbaugebieten nahe Kapstadt heiraten und feiern. Auch dort zog es mich wieder hin: Weine verkosten. Das Weingut Meerlust habe ich aber wieder nicht geschafft.


Weingut Merrlust


Weingut Merrlust

Nächstes Mal komme ich pünktlich!

Noch einige weitere Bilder aus Kapstadt …












Entlang der M5


Entlang der M5


Muizenberg


Muizenberg


Bloobergstrand


Entlang der N2


Museum von Kapstadt

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Montag, 16. Februar 2009
Cape Town 02/2009
...bin kurz mal im Badeurlaub!

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Berlin 02/2009
Bis zum 13.02.2009 war meine Beziehung zur Berlinale ehr farblos ... doch dies hat sich durch "Hilde" drastisch geändert ... besser gesagt durch die "Hilde"-Party in der ehemaligen Dänischen Botschaft. Zu dem gleichnamigen Film kann ich mich leider noch nicht äußern ... doch das wird gleich nach dem Urlaub nachgeholt! Die Party fand in der ehemaligen Dänischen Botschaft statt. So wie es der Gastgeber wünschte, wurde der dunkle Anzug herausgeholt und die Manschettenknöpfe angelegt. Man wandelte zwischen Bibliothek und Kaminzimmer ... und vor allem zwischen mehr als nur hundert Rosen! Das ich nicht wirklich ein Kinogänger bin wurde mir schnell klar: einige Gesichter, auf die die Kameras gerichtet wurden, kannte ich garnicht. Doch das fröhlich lachende und entspannte Gesicht von Heike Makatsch war auch mir bekannt ... und es steckte nicht nur mich an.

http://www.beletagedenmark.de/Beletage/Fotos.html#grid

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