Dienstag, 9. Oktober 2007
Schrottpeter 06/07 Berlin
waterpix20:22h
Am 01.06.2008 bezogen wir unsere Wohnung in Berlin Friedrichshain: 4. OG, Blick auf die Spree … nun gut, auf die Spree mit einem auf der gegenüberliegenden Uferseite befindlichen Kieshafen …, Dielenfußboden, Balkon … eine Wohnung zum Wohlfühlen. Nur eine Sache störte: eine riesige aus Eisen bestehende Durchreiche zwischen Küche und Wohnzimmer. Es war sofort bei der Entscheidung für die Wohnung klar: sie muß raus. Der Vermieter war einverstanden. Wir erklärten uns für die Entsorgung bereit. Er gab uns die Telefonnummer seines Schrotthändlers der Vertrauens: Schrottpeter. Ich machte mit Schrottpeter einen Termin: Montag 12.00 Uhr wollte er die gut 80 kg Schrott abholen. Am Montag warteten wir gespannt auf einen LKW oder wenigsten Kleintransporter … niemand kam die Straße hoch. Plötzlich klingelte es: Schrottpeter stand vor der Tür. Ein kleiner sympathisch wirkender nach Schweiß riechender Mann mit einem Helm unter dem Arm … „wie, ein Helm!? Sind sie mit dem Moped hier?“ fragte ich überrascht. „Ja, das machen wir immer so“ sprach er ruhig. Ich bat ihn hinein und er schaute sich das Ungetüm an. „Flexen können wir hier nicht … wegen der Dielen“ … richtig … „Ich rufe meinen Kumpel an, dann schaffen wir das runter und dann zerflexen wir das unten“. Sein Kumpel kam ... mit dem Moped. Er schaffte es kaum in den vierten Stock. Schrottpeter feuerte ihn immer wieder an: „Komm Wolfgang, nur noch ein paar Stufen.“ „Wolfgang ist fertig … 20 Jahre Schrott … das macht einen fertig“. Wolfgang schwitzte. Sein Bauch war eine fast perfekte Kugel. Mir war sofort klar: Wolfgang ist jemand der mit dem Kopf seit 20 Jahren durch die Wand geht … doch das hat Spuren hinterlassen. Schrottpeter war der Denker … Wolfgang das Werkzeug, leider nur etwas abgenutzt. Wolfgangs Vorschlag, das Ungetüm einfach aus dem Fenster zu schmeißen wurde von Schrottpeter wohlüberlegt verworfen: „Spinnst Du! Da stehen doch Fahrräder.“ Schließlich brachten Schrottpeter und ich es hinunter … Wolfgang schnaufte immer noch vom Hochlaufen. Unten angekommen zerlegten die beiden es mit der Flex: Schrottpeter gab Anweisungen … Wolfgang versuchte sie umzusetzen. Das Ungetüm war klein und paßte nun auf die Anhänger der Mopeds.

Die beiden waren glücklich … wir auch und so bedankten wir uns mit einem Benzinzuschuß. Ein wirklich uriges Berliner Gespann.

Die beiden waren glücklich … wir auch und so bedankten wir uns mit einem Benzinzuschuß. Ein wirklich uriges Berliner Gespann.
