Sonntag, 8. Oktober 2006
DUD News 09.10.2006
Das letzte Wochenende haben wir zu Hause in Mosgiel verbracht. Am Sonnabend waren wir in Dunedin, um einen Joghurtzubereiter zu besorgen, denn trotz des vielen Viehs auf den Wiesen sind Milchprodukte in Neuseeland recht teuer. Nun machen wir unseren Eigenen aus einer fertig zu kaufenden Mixtur aus Joghurtkulturen und Milchpulver. Diese wird einfach mit Wasser angerührt und in einem Wärmebad 8 Stunden lang stehen gelassen. Das Ergebnis schmeckt nicht nur super, sondern ist mit 2,50 NZ$ für 1 kg im Vergleich zu dem fertigen bis zu 8,00 NZ$ teuren Joghurt unschlagbar günstig. Der Anschaffungspreis des Zubereiters hat sich nach 5 kg bereits amortisiert. Gegen Nachmittag gab es einen kleinen Arbeitseinsatz auf dem Mosgieler Anwesen. Nach zwei Stunden war es mit der Kraft einer großen Familie geschafft: Fliesen, Klinkersteine und anderes Baumaterial sind von der Hofeinfahrt verschwunden und alle glücklich. Gegen 22.00 Uhr war dann auch unser ester Joghurt fertig – wir aßen ein Kilogramm mit Beerenfrüchten.

Der Sonntag begann mit Nutellabrötchen und Kaffee auf unserer kleinen Terasse. Danach fuhren wir mit den Rädern Richtung Brighton. Die Hälfte der Stecke ist nur im ersten oder zweiten Gang zu bewältigen, da es ständig bergauf geht. Für den ersten "Hügel" benötigten wir gut 40 Minuten. Da man von diesem bereits auf den Pazifik sehen kann und unsere Motivation für einen weiteren Hügel und die gesamte Rücktour nicht mehr ausreichten, beließen wir es dabei und kehrten um. Die Rücktour war eine Minutensache.


In Neuseeland gilt Helmpflicht!

Auf der Rückfahrt erhielt ich eine SMS von Peter – dem Windsurfer von St. Clair – und damit die Bestätigung, daß der Informationsfluß verläßlich funktioniert. Er schrieb, daß er mit einem Freund nach Aramoana fährt. Nach einer weiteren SMS und den aktuellen Wind- und Wellenbedingungen fuhr ich los. Zunächst gingen wir links der Mole aufs Wasser. Leider war es wieder verdammt auflandig, so daß man nur parallel in den Wellen fahren konnte die zudem recht unsauber liefen. Nach einigen Schlägen gingen wir auf die rechte Seite der Mole. Leider war ich der einzige von uns Vieren, der richtig mit den Bedingungen zurecht kam und entsprechenden Spaß hatte, denn der Shorebreak war schon heftig. Dafür gab es saubere Wellen und der Wind kam stärker von links. Peter und seine Freunde zeigten mir zuvor welche Gefahren bestehen: ein Loch am Meeresboden das für verdammt viel Wirbel sorgt, ein „Channel“ der dich bis Christchurch trägt und durch das abfließende Gezeitenwasser entsteht, einige Felsen die man jedoch recht einfach an den dort brechenden Wellen erkennt, Seelöwen und der Rat „Keep your legs out of the water“ auf meine Frage nach Haien. Sie beruhigten mich und erzählten, daß es Haie nur weiter draussen bei der Seelöwen- und Albatrosskolonie gibt. Ich hielt mich eher lieber nahe des Strands auf. Zudem hatte ich keine Lust auf Channelquerung und einen Besuch der Kolonien. Ich hatte ordentlich Spaß in den gut 3 Meter Wellen. Die Jungs schienen etwas beeindruckt von dem Deutschen, der sonst auf einem Gewässer namens Baltic Sea surft. Leider landete ich nach einem Sprung mit meiner Wange auf der Gabel. Plötzlich schlief der Wind voll ein. Gerade noch 4,2 qm überpowert gefahren … dann nichts mehr. Zwanzig Minuten später drehte er um 180 Grad und blies nun voll ablandig. Die Wetterumschwünge sind schon heftig in DUD und die Wettervorhersage gleicht eher einer Lotterie.

Ulrike hatte den Nachmittag auf dem Hügel in Mosgiel lesend in der Sonne verbracht, nachdem sie das erste Mal unseren geliebten Hefekuchen gebacken hatte.



Meine Wange mußte ich am Abend noch etwas kühlen, da sie doch etwas dicker wurde. Mit einem Buch in der Hand vor dem warem Offen ging ein schönes und ruhiges Wochenende in DUD zu Ende.