Mittwoch, 4. Oktober 2006
Wochenendausflug Moeraki 30.09.2006
Am Wochenende waren wir das erste mal in unserem kleinen Bus unterwegs. Zuvor haben wir ihn mit Gaskocher, Töpfen, Geschirr, Besteck etc. ausgerüstet. Den Großteil bekamen wir besonders günstig im Warehouse „Where everyone gets a bargain“. Die Nähe zu China geht nicht spurlos an der Einzelhandelslandschaft Neuseelands vorbei und läßt das Herz so manch eines Schnäppchenjägers hoch schlagen.

Wir fuhren am Sonnabend Richtung Norden. Ziel waren die Moeraki Boulders am Strand des gleichnamigen Ortes Moeraki.


Blick von Moeraki auf die schneebedeckten Berge im Hinterland

Im Internet habe ich zu der Entstehung der Moeraki Boulders nachfolgende Informationen geufnden (www.fotocommunity.de/pc/account/myprofile/9045; fc-foto:4033003): Die Moeraki Boulders sind Septarien/Kalkkonkretionen, welche im Paläozän (vor ca. 60 Mio. Jahren) in Ton/Tonstein entstanden sind. Sie bestehen zu 99% aus Clacit und ca. 1% Dolomit. Die Risse (Septen) sind auch mit Karbonaten gefüllt (Calcit, Dolomit, Siderit). Die Entstehungsgeschichte in Kurzform:

Vor 60 Mio. fanden sich auf dem Meeresboden Schlamm mit vielen Resten von Organismen, die vor sich hinfaulten. Durch die Überlagerung mit immer neuen Schlammschichten kommt es zur Absenkung und damit zur Erhöhung von Druck und Temperatur. Durch die höhere Temperatur und den Druck werden einige Stoffe leichter löslich, z.B. Karbonate ("Kalk") oder SiO2 ("Kieselsäure"/Quarz). Diese Stoffe zirkulieren als Lösung durch das Gestein. Bei der Zersetzung der organischen Substanz im Schlamm entsteht u. a. Ammoniak. Dadurch wird der pH-Wert in diesem Bereich erhöht; er geht in Richtung alkalisch. Bei einem so hohen pH-Wert sind Karbonate nicht mehr löslich und beginnen sich dort auszuscheiden, wo Ammoniak vorkommt (zumeist um einen kleinen organischen Rest wie z. B. einem Knochen). Wenn das Karbonat ausgefallen ist, entsteht im Vergleich zur Umgebung eine "Untersättigung" in der Lösung. In der Folge strömt mehr gelöster Kalk heran, der dann auch wieder ausfällt. Dadurch wächst die Konkretion nach außen, mehr oder weniger konzentrisch. Beim Trocknen entstehen durch Schrumpfung Risse, die auch wieder mit Minerallösungen gefüllt wurden (und dann irgendwann auskristallisierten). So entstanden die Septen mit Calcitfüllung der Moeraki Boulders. Die Boluders liegen im Tonstein und werden durch das Meer freigelegt. Einige dieser finden sich nun am Strand von Moeraki.





Die Boulders wirken fast etwas verloren an dem Strand von Moeraki, da sie wie aus der Hand gefallen herumliegen und Horden von Touristen über sie steigen.





Die Stimmung an diesem Strand erinnerte uns an Rügen, wo im Schatten der Kreidefelsen zwar nicht die geologisch besonders beieindruckenden Boulders sondern durch die Eiszeit geformte Granitsteine Skandinaviens liegen.


Strand von Moeraki

Auf dem Weg weiter Richtung Norden entlang der Küste fanden wir dann einen schönen Platz für die erste Nacht in unserem kleinen Bus. Egal ob wir nach links oder rechts schauten: türkisfarbenes Wasser.





Ab und zu tauchten Einheimische nach Paua Muscheln (Abalone), dessen Fleisch angeblich sehr gut schmecken soll. Wir begnügten uns jedoch mit den Sammeln der Schalen.



Zudem fand sich an dem Strand reichlich Treibholz, so daß wir noch ein kleines Lagerfeuer machen konnten.



Der Sonntag war vom Wetter leider eher ungemütlich. Wir fuhren nach Oamaru und schauten uns die kleine verschlafene Stadt an, kauften bei einer kleinen Bäckerei deutsches Brot und fuhren zurück nach DUD.